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TRÄUME VON RÄUMEN

 

Worte, Rauminstallationen und zweidimensionale Arbeiten von Maria Bartholomäus | Theresia Fladl | Axel Häusler | Hubert P. Klotzeck | Bettina Krugsperger

 

19. Mai bis 10. Juni 2016 

Vernissage | 19. Mai 2016 | 19:00 Uhr

 

Am Anfang des Werkstattprojekts stand die Lektüre des Buches „Träume von Räumen“ von Georges Perec. Hubert Klotzeck, Galerist, Fotograf und Kulturraum-Mitgestalter in Eichstätt stellt daraus folgenden Satz  in den Raum: „Leben heißt, von einem Raum zum anderen gehen und dabei so weit wie möglich zu versuchen sich nicht zu stoßen“. Stimmt das auch für einen Raum, der Kunst präsentiert?

Mit der aktuellen Ausstellung erweitert H. Klotzeck seine Galerie Bildfläche programmatisch, ähnlich wie es bereits in der Vergangenheit mit diversen Konzerten und Dichterlesungen geschehen ist. Nun öffnen  sich die Räume der Fotogalerie für eine dezidierte Auseinandersetzung mit dem Raum und der Skulptur/Plastik. Vier Künstlerinnen und Künstler aus Eichstätt und Ingolstadt  und er Galerist selbst träumen ihren Raum-Traum aus und weiter.

Axel Häusler zeigt im ersten Raum Grafiken, die vornehmlich Raum und Bewegung traditionell auf einem Bogen Papier festhalten. Theresa Fladl reduziert das Gigantische und Monumentale von Gebirgszügen (Watzmann, Zugspitze u.a.), indem sie die Raumformationen mit Bambusspießen nachbaut und jene auf ein menschliches Maß verkleinert.  Filigran schweben diese Gebilde in den Räumen der Galerie.  Bettina Krugsperger dagegen nimmt sich die Wände der Galerie vor. Sie befestigt alte elektronische Widerstände an der Wand, die einer Ameisenstraße gleich die Mauern  bevölkern, um vielleicht darauf aufmerksam zu machen, dass Räume nicht nur Hüllen und Wohnwaben sind, sondern sie leisten durchaus Widerstand und dass die Möglichkeit besteht – wie das  obige Zitat suggeriert –, sich an ihnen zu stoßen.

Wir leben in Räumen, wir träumen in Räumen und wir sprechen auch darin. Maria Bartholomäus erstellt einen Text zu den Galerieräumen: Der Raum, als Funktionsort, der gestern anders genutzt wurde als heute und der morgen anderes beherbergen wird als  im Moment.  Sie überführt die Räume in den Fluss von Sprache und Text.  Schließlich finden sich in der Ausstellung Fotos von Hubert Klotzeck von den Galerie-Räumen selbst. Hundertdreißig Detailaufnahmen, die das festhalten – sichtbar und verborgen für den Besucher und Bewohner –, was die Räume definiert, ihre Ecken und Kanten.